Böhmen liegt am Meer” wird gerne als Metapher für eine unsinnige Aussage verwendet und spielt auf Shakespeares Wintermärchen an. In dem Stück spielen einige Szenen an der „Böhmischen Meeresküste“. Damit wird gleichzeitig auf die angeblich schlechten Geographiekenntnisse von Shakespeare verwiesen.

Die Provinz „Böhmen“ ist zweifellos ein reines Binnenland, aber „Bohemia“ bei Shakespeare bezieht sich nicht ausschließlich auf diese Provinz, sondern auf das „Königreich Böhmen“, und dies hatte zeitweise sehr wohl Zugang zur Adria. Die Encyclopaedia Britannica bestätigt dies:

„Despite its landlocked location, there were brief periods in the Middle Ages during which Bohemia had access to the Baltic and Adriatic seacoasts—which no doubt was on William Shakespeare’s mind when he set much of his play The Winter’s Tale there.”
(Mitteilung von Tom Regnier, Shakespeare Oxford Fellowship, 29.7.2018)

Es geht also nicht um die "Erfindung einer Landschaft" und es geht auch nicht um die angeblich schlechten Geographiekenntnisse Shakespeares, sondern um schlechte Geschichtskenntnisse der Shakespeare-Gelehrten und -Kritiker.