Robert Detobel

Robert Detobel (1939 -2018) war ein herausragender Shakespeare-Forscher und Schriftsteller. Er war Gründungsherausgeber des Neuen Shake-speare Journals (zusammen mit Dr. Uwe Laugwitz) und veröffentlichte darin zahlreiche bedeutende Artikel zur Shakespeare-Autorschaftsfrage. Durch seine Aufsätze in Publikationen wie The Oxfordian, Brief Chronicles und Shakespeare Oxford-Newsletter war er auch im englischsprachigen Raum bekannt und geschätzt.

Walter Klier, Autor des Buches „Das Shakespeare Komplott“, schrieb 2014 über Robert Detobel:

 „Im Jahr 1993 hatte ich gerade meinen ersten Text über die Autorschaftsfrage veröffentlicht und den Auftrag bekommen, ein ganzes (wenn auch kurzes) Buch über das Thema zu verfassen, da kontaktierte mich ein gewisser Robert Detobel aus Frankfurt, der schon etliche Jahre mit der Sache beschäftigt war. Das war ein großes Glück. Denn in dem Maße, wie ich mich nun erst so richtig in die Materie einlas, wurde mir klar, wie heikel das Ganze war, und wie unverzichtbar ein kritischer und zugleich produktiver Geist wie der Detobelsche für das Gelingen des Werkes sein würde. Es wurde eine jahrelange fruchtbare Zusammenarbeit, nicht zuletzt auf der Plattform des Neuen Shake-Speare Journals – im Wesentlichen war er dabei der gebende und ich der empfangende Teil. Die geradezu außergewöhnliche Qualität des »Neuen deutschen Oxfordianismus« verdankt sich zu großen Teilen seiner so umfassenden wie tiefschürfenden Forschung und im gleichen Maß seiner pointierenden Formulierungsgabe. Wie kaum ein anderer auf diesem Gebiet hat er uns vorgeführt, wie weit man kommen kann, indem man »bloß« die bekannten Quellen genau, das heißt vorurteilslos und zugleich kenntnisreich liest – und miteinander in Beziehung setzt.“

 Ein Nachruf