Eine Entdeckung und ihre Geschichte

1908   

Sir George Greenwood, Unterhausabgeordneter, veröffentlicht sein Buch The Shakespeare Problem Restated. Es ist nach wie vor eines der besten Bücher gegen die orthodoxe Theorie. Greenwood ist weder Baconianer noch Oxfordianer. Sein Kandidat ist der Große Unbekannte Hofmann. 1916 folgte Is There a Shakespeare Problem? 1920 Shakespeare's Law.

1920  

Das Geburtsjahr des Oxfordianismus.

John Thomas Looney veröffentlicht "Shakespeare" Identified in Edward de Vere, Seventeenth Earl of Oxford.

1922  

Die dissidente Shakespeare Fewllowship wird gegründet. Vorsitzender wird George Greenwood; seine Stellvertreter sind John Thomas Looney und der französische Gelehrte Abel Lefranc, der die Kandidatur William Stanleys, des 6th Earl of Derby befürwortet. Weitere Mitglieder sind B.R. Ward, sein Sohn B. M. Ward, Canon Rendall und Percy Allen.

1923  

Sigmund Freud liest Looneys Buch und wird (vermutlich) zum ersten Oxfordianer im deutschsprachigen Raum.

1928  

B. M. Ward veröffentlicht die erste Biografie von Edward de Vere: The Seventeenth Earl of Oxford 1550-1604. Explizit wird er darin nicht als Shakespeare identifiziert, aber es wird mehr als nur angedeutet.

1930  

Canon Rendall veröffentlicht Shakespeare Sonnets and Edward de Vere, später auch Personal Clues in Shakespeare Poems & Sonnets (1634) und The Ashbourne Portrait of Shakespeare (1940) 

In den USA: Eva Turner Clark, Hidden Allusions in Shakespeare's Plays und zahlreiche Aufsätze.
Percy Allen, The Case for Edward de Vere as "William Shakespeare".

1931   

Percy Allen, The Oxford-Shakespeare Case Examined.

1933  

The Plays of Shakespeare and Chapman in Relation to French History.            

Mit Percy Allen hält auch die Prince-Tudor-Theorie Einzug, nach der der Earl of Southampton der Sohn Elisabeth' I und Edward de Vere sein soll. In einer Fußnote zu einem Brief an die angesehene Ökonomieprofessorin Joan Robinson, die Looney ihr Interesse an seiner These schriftlich mitgeteilt hatte, bedauert Looney diese Entwicklung. „Anderseits trägt Mr. Allen mit der Unterstützung von Captain B.M. Ward seit Neuestem gewisse Ansichten in Bezug auf Oxford und die Königin vor, die mir extravagant und unwahrscheinlich erscheinen, in keinster Weise Oxfords Anspruch auf die Shakespeare-Verfasserschaft dienlich sind und der ganzen Sache wahrscheinlich der Lächerlichkeit preisgeben werden.

Looney wird Recht behalten.

1940  

In den USA veröffentlicht Charles Wisner Barrell Elizabethan Mystery Man.
Barrells größtes Verdienst liegt in einer Fülle von Einzelaufsätzen, von denen auch heute die meisten noch lesenwert sind. Siehe The Writings of Charles Wisner Barrell  

Eva Turner Clark gründet die US-amerikanische Shakespeare Fellowship.

Charles Wisner Barrell wird Herausgeber der Vierteljahreszeitschrift The Shakespeare Fellowship Newsletter (1939-1943) und The Shakespeare Fellowship Quarterly (1944-48). 1950 löst sich die Organisation auf.

In Großbritannien erscheint von 1954 bis 1958 die Zeitschrift The Shakespeare Fellowship News-Letter und von 1959-1974 die Nachfolggezeitschrift Shakespearean Authorship Review, u.a. mit Beiträgen von Gwynneth Bowen, siehe The Writings of Gwynneth Bowen
Die Nachfolgezeitschrift The Bard währt nur einige Jahre.

1952  

Ogburn, Dorothy  und Charlton, This Star of England.
Auch Dorothy und Charlton Ogburn befürworten die Prince-Tudor-These.
Den Oxfordianismus konnten auch Dorothy und Charlton Ogburn Sr nicht richtig wieder beleben. Er schwelt allerdings weiter, sowohl in England als in den USA, doch relativ randständig.

1957   

Gründung der Shakespeare Oxford Society in den USA. Beiträge von Dorothy und Charlton Ogburn, Charles Wisner Barrell, Charlton Ogburn Jr. und Ruth  Loyd Miller. Ogburn Jr und Ruth Miller werden zu den dominierenden Oxfordianern in den nächsten Jahrzehnten.

1962   

Ogburn, Dorothy und Charlton, The Man behind Shakespeare.

1975    

Ruth Loyd Miller gibt Looneys Buch neu heraus, ergänzt um einen Band Oxfordian Vistas.

1984  

Charlton Ogburn Jr veröffentlicht The Mysterious William Shakespeare.  
Die Bedeutung dieses Werkes ist kaum zu überschätzen. Es erzeugt eine beachtliche Breitenwirkung, aus der sich der Oxfordianismus regeneriert.  

Peter Moore (gest. 2007) wird durch Ogburn für die These gewonnen und wird in der ihm eigenen bescheidenen und einschneidenden Art in den nächsten 20 Jahren einige Aufsätze schreiben, die zu den wertvollsten Beiträgen gehören. Peter Moore: The Lame Storyteller

1986  

William Plumer Fowler veröffentlicht Shakespeare revealed in Oxford's letters.

1994  

Das erste Werk in deutscher Sprache, das sich ernsthaft mit der Verfasserschaftsfrage aus oxfordianischer Sicht beschäftigt, erscheint beim Steidl-Verlag: Walter Klier, Das Shakespeare Komplott.           

1997   

Erscheinen des ersten Bandes des deutschen Neues Shake-speare Journal.
(Heraussgeber: Robert Detobel und Uwe Laugwitz)

 

Joseph Sobran: Alias Shakespeare (Deutsche Übersetzung: Genannt Shakespeare, 2002)

 

2001  

Roger A. Stritmatter, The Marginalia of Edward de Vere's Geneva Bible.

2004 

Walter Klier, Der Fall Shakespeare (überarbeitete Fassung des Shakespeare-Komplott)

2005  

Robert Detobel, Wie aus William Shaxsper William Shakespeare wurde.

2005  

Mark Anderson, "Shakespeare" by Another Name. The Life of Edward de Vere, Earl of Oxford, The Man Who Was Shakespeare.

2009 

Kurt Kreiler, Der Mann, der Shakespeare erfand.